Wie steht es um die Stimmung der Unternehmen am Wirtschaftsstandort Osnabrück – und wo liegen die zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre? Mit dem VWO-Wirtschaftsbarometer hat der VWO Verein für Wirtschaftsförderung in Osnabrück e.V. ein Instrument geschaffen, das gezielt den Dialog mit den lokal ansässigen Unternehmen sucht und belastbare Einblicke in Lage, Erwartungen und Unterstützungsbedarfe liefert.

Grundlage des Wirtschaftsbarometers sind persönliche Unternehmensbesuche bei insgesamt 30 der führenden Unternehmen am Standort. Gemeinsam mit Vertretern des VWO-Aufsichtsrates führten Ingmar Bojes, Geschäftsführung der WFO Wirtschaftsförderung Osnabrück sowie WFO-Projektmanager:innen mit dem Schwerpunkt Unternehmensservice die Gespräche verteilt über das gesamte Jahr 2025. Der hierfür durch WFO und VWO vorbereitete standardisierte Fragebogen umfasste rund 20 Fragen und ermöglichte sowohl quantitative Bewertungen als auch qualitative Einschätzungen.
Die befragten Unternehmen stammen aus einer breiten Palette an Branchen – von Industrie und Logistik über Handel, Bauwirtschaft, Energie und Dienstleistungen bis hin zu Medien, Lebensmittelwirtschaft und technologieorientierten Bereichen. Diese Vielfalt spiegelt die Struktur des Wirtschaftsstandorts Osnabrück wider und sorgt für ein differenziertes Gesamtbild.
Positives Standorturteil und Zukunftszuversicht
Insgesamt fällt die Bewertung des Standorts Osnabrück sehr positiv aus. Mit durchschnittlich 7,84 von 10 Punkten bescheinigen die Unternehmen der Stadt eine hohe Attraktivität als Wirtschaftsstandort. Besonders hervorgehoben werden die Lebensqualität, die gute Verkehrsanbindung, das starke wirtschaftliche Netzwerk sowie der ausgeprägte Mittelstand. Auch die Hochschullandschaft, das wachsende Startup-Ökosystem und eine enge Vernetzung innerhalb der Wirtschaft tragen zur positiven Wahrnehmung bei.
„Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass Osnabrück von den Unternehmen als starker und leistungsfähiger Wirtschaftsstandort wahrgenommen wird. Und das in einem insgesamt anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld“, ordnet Bojes die Ergebnisse ein.
Diese Einschätzung spiegelt sich auch in der Weiterempfehlungsbereitschaft wider: Bereits heute würden die meisten Befragten Osnabrück als Standort weiterempfehlen. Mit Blick auf die kommenden drei Jahre steigt diese Bewertung sogar auf durchschnittlich 8,0 Punkte – ein klares Signal für Vertrauen in die zukünftige Entwicklung.
Auch die Unternehmen selbst blicken optimistisch nach vorn. Die aktuelle wirtschaftliche Fitness wird mit 7,9 Punkten bewertet, für die kommenden drei Jahre sogar mit 8,65 Punkten. Trotz eines insgesamt herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfelds zeigen sich die Betriebe stabil und zukunftsorientiert.
Investitionen als starkes Bekenntnis
Ein besonders deutliches Zeichen setzt die hohe Investitionsbereitschaft: Insgesamt planen die befragten Unternehmen Investitionen in Höhe von rund 147 Millionen Euro. Unter anderem stehen Maßnahmen zur Automatisierung, die Modernisierung von Logistikstrukturen, Neubauten von Firmenzentralen und Verwaltungsgebäuden, Standorterweiterungen, Investitionen in E-Infrastruktur sowie strategische Entwicklungsprojekte im Fokus. „Diese Vorhaben unterstreichen das Vertrauen der Unternehmen in den Standort Osnabrück und seine langfristigen Perspektiven“, ist sich Niklas Sievert, Vorstandsvorsitzender des VWO, sicher.
Klare Baustellen benannt
Neben der positiven Grundstimmung benennt das Wirtschaftsbarometer jedoch auch deutlich Handlungsbedarfe. Kritisch gesehen werden insbesondere das Baustellen- und Verkehrsmanagement, Defizite im öffentlichen Personennahverkehr und bürokratische Prozesse. Auch Themen wie Fachkräftemangel, Innenstadtentwicklung und begrenzte Park-&-Ride-Angebote spielen aus Unternehmenssicht eine Rolle.
Im Bereich Fachkräfte zeigen sich zudem Potenziale für eine intensivere Zusammenarbeit mit den Hochschulen, etwa bei der Gewinnung qualifizierter Mitarbeitender oder bei Innovationsprojekten. Positiv bei sämtlichen Aspekten, die als Herausforderungen benannt werden: Stadt und Wirtschafsförderung sind jeweils im Rahmen ihrer Zuständigkeiten bereits dabei, genau an den passenden Stellschrauben zu drehen.
Wirtschaftsförderung als Schnittstelle
„Unsere Aufgabe ist es, genau zuzuhören, Bedarfe frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit Politik und Verwaltung tragfähige Lösungen zu entwickeln“, so Bojes. „Die Kernaussagen des VWO-Wirtschaftsbarometers bieten eine wichtige Grundlage, um den Wirtschaftsstandort Osnabrück im engen Dialog mit den Unternehmen vor Ort strategisch weiterzuentwickeln.“
Die Unternehmen erwarten von der Wirtschaftsförderung eine koordinierende Rolle zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Unterstützung wird insbesondere bei Flächen- und Standortfragen, Infrastrukturthemen, Investitionsvorhaben sowie bei der Fachkräftegewinnung gesehen. Das VWO-Wirtschafsbarometer zeigt, dass die WFO hierbei als zentrale Ansprechpartnerin wahrgenommen wird, die den Erwartungen gerecht wird.




